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Bauschild? Ham ma ned!

Veröffentlicht: 15. September 2011 in Vermischtes
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Bauschilder BeispielAls hätte ich nicht genug zu tun! Ein Eigenheim ist nun wirklich nichts für Weicheier. Zumindest das Bauen nicht. Und was es alles zu beachten gibt, Wahnsinn! Bevor ich auch nur einen einzigen Stein auf einen anderen gesetzt hatte, musste ich bei meinem Bauvorhaben erst einmal reichlich Zeit investieren. In wichtige Dinge, unwichtige Dinge, langweilige Dinge und wirklich spannenden Dinge. Der Kauf des Bauschildes gehört allerdings nicht zur letzten Kategorie. Eigentlich hätte ich auch darauf verzichten können, schließlich war meine Baustelle vom ersten Tag an eingezäunt. Da kommt keiner drauf, dachte ich. Aber ein Bauschild ist Pflicht, wenn man baut. Ich kam also nicht drum herum, mir eines zu kaufen. Als hätte ich nicht wirklich genug zu tun. Aber was soll’s, so zog ich also in den nächsten Baumarkt, um pflichtbewusst mein Bauschild zu kaufen. Doch war gar nicht so einfach.

Bauschilder? Ham ‚wa nich‘!

Baumärkte sind eine tolle Erfindung. Eigentlich. Man geht rein, deckt sich mit dem ein, was man braucht und braust wieder nachhause. In meinem Fall wäre das aber wohl zu einfach gewesen. Als ich den Markt betrat, musste ich mich erst einmal orientieren. Irgendwann reichte es mir dann und ich fragte einen Verkäufer. Nachdem ich endlich einen gefunden hatte, was allein schon eine wirkliche Herausforderung war. Der, den ich fand, hatte womöglich schlecht geschlafen. Oder er hatte einfach keine Lust auf seinen Job, ich weiß es nicht. Aber er war wirklich alles andere als freundlich. Und hilfreich schon mal gar nicht.
Bauschilder?“ fragte er mich und sah mich dabei an, als hätte ich nach lebenden Dinosauriern gefragt.
„Richtig“, sagte ich. So schwer konnte das doch nicht zu verstehen sein.
„Ham wa‘ nich‘!“ sagte der Verkäufer.
Das letzte Bauschild sei gerade verkauft worden, erst in der nächsten Woche kämen neuen rein. Tja, so war das. Ich bedanke mich nicht und ging in den nächsten Markt. Der war um einiges größer, also sollte ich wohl dort Erfolg haben. Hätte ich auch haben können. Aber die Preise waren wirklich eine Frechheit, man kann es nicht anders sagen. Ich war schockiert. Nur die Auswahl war noch grauenvoller als die Preise es waren, sie war nämlich unter aller Würde. Und die Bauschilder waren so klein, dass ich mir nicht sicher war, damit überhaupt die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen.
Auch diesen Baumarkt verließ ich unverrichteter Dinge. Und mit einer echt miesen Laune.

Bauschild oder Baustellenschild?

Ist das nicht egal, wie man es nennt? Nein, natürlich nicht, auch wenn ich das zunächst einmal dachte. Ein Bauschild stellt man freiwillig auf. So habe ich es von dem netten Beamten gelernt, bei dem ich meine Baugenehmigung beantragt habe. Auf einem Bauschild sind also beispielsweise die Firmen aufgeführt, mit denen man zusammenarbeitet. Das kann man machen, muss man aber nicht. Aha, soso, dann brauche ich also gar kein Bauschild, fragte ich den Beamten.
„Doch, schon“, sagte der sofort. „Es heißt aber korrekt eben nicht Bauschild, sondern Baustellenschild. Und das muss die gesamte Bauphase über gut sichtbar angebracht sein.“
Ich brauchte also gar kein Bauschild, sondern ein Baustellenschild. Oder war es umgekehrt? Irgendwie wusste ich irgendwie überhaupt nichts mehr. Auch die Vorgabe von mindestens dem Format DIN-A4 kam mir seltsam vor, viel zu klein, wie ich fand. Aber irgendwann war das dann auch egal. Die Hauptsache war, dass ich für die Baugenehmigung alles beisammen hatte und der Beamte wirklich freundlich war. Bei meinem Behördenbesuch war er mein persönliches Highlight des Tages.

Gesehen, bestellt

Einen dritten Baumarkt wollte ich nicht ausprobieren. Ich bestellte mein Bauschild stattdessen im Internet. Ich fand eine Druckerei, die wirklich gut war. Preiswert, schnell und flexibel. Ich konnte mein eigenes Bauschild zusammenstellen, mit Material, Größe und passender Befestigung. Ob es sich letztlich um ein Bauschild, ein Baustellenschild oder eine dritte Variante von etwas handelte, das ich nicht benennen konnte, war mir egal. Ich hatte mein Bauschild. Das war alles, was zählte.